Stricken lernen für Anfänger: Die ersten Schritte, Material und typische Fehler

Hände stricken mit Holznadeln an einem pinkfarbenen Strickstück

Foto: Johntex, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

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Stricken ist eine der entspannendsten Beschäftigungen überhaupt – und zugleich eine Fähigkeit, mit der du Mützen, Schals, Socken und Pullover selbst machen kannst. Der Einstieg ist leichter, als viele denken: Im Grunde besteht jedes Strickstück aus nur zwei Maschen. In diesem Ratgeber erfährst du, welches Material du für den Anfang brauchst, wie die ersten Schritte funktionieren und wie du typische Anfängerfehler vermeidest.

Das richtige Material für den Anfang

Wolle: hell, glatt, mittelstark

Die Wahl der ersten Wolle entscheidet oft darüber, ob das Stricken Spaß macht. Ideal für Anfänger ist:

  • Helle Farbe: Auf hellem Garn erkennst du die einzelnen Maschen und Fehler viel besser.
  • Glatte Struktur: Flauschige Mohair- oder Effektgarne verdecken die Maschenbilder – erst später ausprobieren.
  • Mittlere Stärke: Garne für Nadelstärke 4,5 bis 6 mm. Damit wächst das Strickstück sichtbar, die Maschen sind aber noch gut zu kontrollieren.
  • Wolle oder Wollmischung: Wolle ist elastisch und verzeiht Spannungsunterschiede. Reine Baumwolle ist unelastischer und für Anfänger etwas schwieriger.

Was die Angaben auf der Banderole bedeuten, erklären wir im Ratgeber Wolle kaufen: Garnarten, Lauflänge und Nadelstärke.

Stricknadeln: lieber Holz als Metall

Für Anfänger empfehlen sich Nadeln aus Holz oder Bambus: Die Maschen rutschen nicht so leicht herunter. Eine Rundstricknadel mit 60 oder 80 cm Seil ist vielseitiger als zwei gerade Nadeln – man kann damit sowohl in Reihen (hin und her) als auch in Runden stricken, und das Gewicht des Strickstücks liegt auf dem Schoß statt in den Handgelenken.

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Kleine Helfer

Eine Wollnadel zum Vernähen, eine Schere, ein Maßband und ein paar Maschenmarkierer genügen am Anfang völlig.

Die vier Grundtechniken

1. Maschen anschlagen

Der Anschlag ist die erste Reihe Maschen auf der Nadel. Am verbreitetsten ist der Kreuzanschlag (auch Daumen- oder Langschwanzanschlag): Er ist elastisch und stabil. Lass für den Anschlag einen Faden hängen, der etwa dreimal so lang ist wie die gewünschte Breite.

2. Rechte Maschen

Die rechte Masche ist die Grundmasche: Mit der rechten Nadel von links nach rechts in die Masche auf der linken Nadel stechen, den Faden holen und durchziehen, die alte Masche von der Nadel gleiten lassen. Strickst du jede Reihe rechts, entsteht das Krausmuster – es rollt sich nicht ein und ist perfekt für den ersten Schal.

3. Linke Maschen

Bei der linken Masche liegt der Faden vor der Arbeit, und du stichst von rechts nach links in die Masche. Wechselst du Reihen mit rechten und linken Maschen ab, entsteht glatt rechts – das klassische Strickbild mit kleinen „V“s auf der Vorderseite.

4. Abketten

Zum Schluss werden die Maschen abgekettet: Zwei Maschen stricken, die erste über die zweite heben, eine weitere Masche stricken, wieder überheben – bis nur noch eine Masche übrig ist. Faden durchziehen, fertig.

Locker bleiben

Der häufigste Anfängerfehler ist zu festes Stricken. Wenn sich die Maschen kaum noch über die Nadel schieben lassen, lockere den Griff um den Faden. Ein zu fester Anschlag oder Abkettrand lässt sich vermeiden, indem du dafür eine Nadel eine Stärke größer nimmst.

Typische Anfängerfehler – und wie du sie behebst

ProblemUrsacheLösung
Strickstück wird immer breiterVersehentlich Maschen zugenommen, oft am ReihenanfangMaschen regelmäßig zählen, Faden am Reihenbeginn nach unten halten
Löcher im StrickstückMasche fallen gelassen oder Umschlag gemachtMit Häkelnadel Laufmasche hochholen
Rand ist unregelmäßigUnterschiedliche FadenspannungRandmaschen immer gleich stricken, Geduld – das wird mit Übung
Strickstück rollt sich einGlatt rechts rollt sich immer einRänder kraus oder im Rippenmuster stricken

Die besten ersten Projekte

  1. Schal kraus rechts: Nur rechte Maschen, perfekte Übung für gleichmäßige Spannung.
  2. Spüllappen aus Baumwolle: Klein, schnell, nützlich.
  3. Stirnband im Rippenmuster: Übung für den Wechsel von rechten und linken Maschen.
  4. Mütze in Runden: Der erste Schritt zum Rundstricken – unsere Anleitung: Mütze stricken für Anfänger.
  5. Socken: Das erste große Ziel vieler Strickerinnen – wenn du so weit bist: Socken stricken.

Lernen mit Buch, Video oder Kurs

Viele lernen am besten mit einer Kombination: Ein Buch als Nachschlagewerk, Videos für die Bewegungsabläufe und – wenn möglich – ein Stricktreff oder Kurs vor Ort, wo jemand über die Schulter schaut. Bücher mit QR-Codes zu Videos verbinden beides.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es, stricken zu lernen?

Die Grundmaschen lernen die meisten an einem Nachmittag. Bis das Maschenbild gleichmäßig wird, vergehen ein paar Wochen regelmäßiges Üben. Nach zwei, drei Monaten sind Mützen und einfache Socken gut machbar.

Kann man als Linkshänder stricken lernen?

Ja. Beim Stricken arbeiten beide Hände mit, deshalb lernen viele Linkshänder ganz normal. Alternativ gibt es Bücher mit Anleitungen speziell für Linkshänder.

Was ist der Unterschied zwischen deutscher und englischer Strickweise?

Bei der kontinentalen (deutschen) Strickweise hält die linke Hand den Faden, bei der englischen die rechte. Beide führen zum gleichen Ergebnis – die kontinentale Methode gilt als schneller, die englische fällt manchen Anfängern leichter.

Welche Nadelstärke ist für Anfänger am besten?

Nadelstärke 4,5 bis 6 mm mit passender Wolle. Sehr dünne Nadeln sind fummelig, sehr dicke Nadeln mit dicker Wolle unhandlich.

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