Socken stricken für Anfänger: Material, Aufbau und die ersten Schritte

Halbfertige blau melierte Socke auf einem Nadelspiel neben einer fertigen Socke

Foto: Lisa Risager from Denmark, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

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Selbstgestrickte Socken sind etwas Besonderes: Sie passen perfekt, halten warm und sind unglaublich bequem. Für viele Strickerinnen ist das erste Paar ein echter Meilenstein – denn auf den ersten Blick wirken Nadelspiel, Ferse und Spitze kompliziert. Dabei besteht eine Socke aus wenigen, klar getrennten Abschnitten. In diesem Ratgeber erklären wir Material, Aufbau und die ersten Schritte.

Voraussetzungen

Du solltest rechte und linke Maschen sicher beherrschen und idealerweise schon einmal in Runden gestrickt haben – etwa eine Mütze. Unsere Anleitung dafür: Mütze stricken für Anfänger.

Das Material

Sockenwolle

Für Alltagssocken ist 4-fache Sockenwolle der Standard: meist 75 % Schurwolle und 25 % Polyamid, ca. 420 m pro 100 g. Das Polyamid macht die Socken strapazierfähig. Für ein Paar Damensocken (Größe 38/39) reichen 100 g, für Herrengrößen ab 43 eher 150 g.

Für den Einstieg empfehlen wir eine selbstmusternde Sockenwolle: Sie ergibt beim Stricken automatisch Streifen oder Muster, ohne dass du die Farbe wechseln musst – und kleine Unregelmäßigkeiten fallen weniger auf.

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100 g Sockenwolle 4-fach – reicht für ein Paar Damensocken.

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Für dicke, schnell gestrickte Hüttensocken gibt es 6-fache Sockenwolle (Nadelstärke 3–3,5 mm).

Nadeln

Socken werden in Runden gestrickt. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Nadelspiel (5 Nadeln, 15–20 cm): Der Klassiker. Die Maschen werden auf vier Nadeln verteilt, mit der fünften wird gestrickt.
  2. Kurze Rundnadel (20–25 cm): Sehr schnell, aber für die Ferse und Spitze braucht man trotzdem ein Nadelspiel.
  3. Magic Loop mit langer Rundnadel (80–100 cm): Eine Nadel für alles, beliebt bei Strickerinnen, die kein Nadelspiel mögen.

Für 4-fache Sockenwolle eignen sich Nadeln in Stärke 2,5 mm (fest) bis 3 mm (lockerer).

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Der Aufbau einer Socke

Eine klassische Socke, die von oben nach unten (cuff-down) gestrickt wird, besteht aus:

  1. Bündchen: Rippenmuster (z. B. 2 rechts, 2 links), ca. 3–5 cm.
  2. Schaft: Glatt rechts oder mit Muster, bis zur gewünschten Länge.
  3. Ferse: Der „knifflige“ Teil – sie bildet die Rundung um den Fersenknochen.
  4. Fuß: Glatt rechts bis kurz vor die Zehen.
  5. Spitze: Abnahmen, bis nur noch wenige Maschen übrig sind.

Wie viele Maschen?

Bei 4-facher Sockenwolle und Nadelstärke 2,5 mm gelten diese Richtwerte (Gesamtmaschen, verteilt auf vier Nadeln):

SchuhgrößeMaschenanschlagMaschen pro Nadel
30–335213
34–375614
38–416015
42–456416
46–496817

Die Werte sind Richtwerte – wer locker strickt oder schmale Füße hat, nimmt eine Größe weniger. Eine Sockenlehre oder Tabelle im Sockenbuch hilft bei der Fußlänge.

Welche Ferse für den Anfang?

FerseBeschreibungFür Anfänger?
KäppchenferseKlassisch: Fersenwand in Reihen, dann Käppchen mit Abnahmen, Maschen aufnehmenGut, weil Schritt für Schritt nachvollziehbar
BumerangferseVerkürzte Reihen mit Doppelmaschen, keine Löcher, sitzt engGut, mit etwas Übung
HerzchenferseVariante der Käppchenferse mit HerzformFür Fortgeschrittene
Afterthought HeelFerse wird nachträglich eingesetztSpannend für Musterstrickerinnen
Die erste Ferse

Stricke die erste Ferse mit einer Anleitung, die jeden Schritt mit Fotos zeigt – und markiere jede abgeschlossene Reihe auf der Anleitung. Wenn es einmal klappt, ist die zweite Ferse meist ein Kinderspiel.

Die Spitze

Die klassische Bandspitze wird mit Abnahmen an vier Stellen gestrickt (jeweils am Anfang und Ende jeder Nadelhälfte). Zum Schluss werden die letzten Maschen zusammengezogen oder mit dem Maschenstich (Kitchener Stitch) unsichtbar verbunden.

Typische Stolperfallen

  • Leiterbildung zwischen den Nadeln: An den Übergängen zwischen den Nadeln entstehen leicht Lücken. Die ersten zwei Maschen jeder Nadel etwas fester stricken.
  • Löcher am Zwickel: Beim Aufnehmen der Maschen nach der Käppchenferse entstehen gern Löcher. Eine zusätzliche Masche aus dem Querfaden verschränkt aufnehmen.
  • Zweite Socke anders als die erste: Notiere dir Maschenzahlen, Reihen und Fersenart – sonst wird die zweite Socke länger oder kürzer.

Bücher und Anleitungen

Ein Sockenbuch mit Maschentabelle für alle Größen ist für Sockenstrickerinnen Gold wert. Wer das Nadelspiel nicht mag, findet im CraSyTrio-Buch eine Alternative mit flexiblen Nadeln.

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Häufige Fragen

Wie lange braucht man für ein Paar Socken?

Geübte Strickerinnen brauchen etwa 10 bis 15 Stunden für ein Paar aus 4-facher Wolle. Beim ersten Paar sollte man deutlich mehr Zeit einplanen.

Welche Nadelstärke für Sockenwolle 4-fach?

In der Regel 2,5 mm, bei lockerer Strickweise 2,25 mm, bei fester 3 mm.

Kann man Socken auch auf einer Rundnadel stricken?

Ja, mit einer sehr kurzen Rundnadel (20–25 cm) oder mit der Magic-Loop-Technik auf einer langen Rundnadel.

Warum Polyamid in der Sockenwolle?

Reine Wolle ist an Ferse und Zehen weniger strapazierfähig. Der Polyamidanteil erhöht die Haltbarkeit deutlich, ohne die positiven Eigenschaften der Wolle aufzugeben.

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